Die elfte Rauhnacht: Neujahrs-Weissagungen – Die Zeichen des ersten Tages

Die Welt ist still geworden. Während die Reste des Feuerwerks langsam verrauchen und das neue Jahr seine ersten Atemzüge macht, befinden wir uns mitten in der 11. Rauhnacht (31. Dezember auf den 1. Januar). Diese Nacht ist eine der hellsichtigsten Zeiten im gesamten Zyklus. Sie korrespondiert mit dem Monat November.

Der November wird oft als grau und schwer empfunden, doch in der geistigen Welt ist er der Monat der Visionen und der tiefen Verbindung zu unseren Ahnen. Es ist die Zeit des Nebels, in der die Grenzen zwischen den Welten besonders dünn sind. In dieser 11. Rauhnacht geht es darum, genau hinzusehen: Welche Zeichen erhälst du für das kommende Jahr?

Die elfte Rauhnacht

Der erste Tag: Ein Spiegel für das ganze Jahr

In der Tradition der Rauhnächte heißt es, dass der erste Tag des Jahres (der Tag nach der 11. Nacht) symbolisch für das gesamte kommende Jahr steht. Alles, was dir heute begegnet, hat eine tiefere Bedeutung. Es ist, als würde dir ein Inhaltsverzeichnis für die kommenden zwölf Monate vorgelegt.

Stell dir vor, dieser Tag ist ein unbeschriebenes Blatt, auf dem die ersten Tropfen Tinte landen. Achte deshalb besonders auf:

  • Die erste Begegnung: Wem begegnest du als Erstes, wenn du das Haus verlässt oder dein Telefon einschaltest? Welches Gefühl löst dieser Mensch in dir aus? Ist es Harmonie, Stress oder vielleicht eine alte Vertrautheit?

  • Die ersten Worte: Welchen Satz hörst oder liest du zuerst? Welches Lied spielt zufällig im Radio? Oft steckt in einer banalen Zeile die Antwort auf eine Frage, die du noch gar nicht gestellt hast.

  • Das Wetter: Ist es klar und sonnig, was auf einen strukturierten Geist hindeutet, oder neblig und mystisch, was dich zur Introspektion einlädt?

  • Deine Stimmung: Mit welchem Gefühl bist du heute Morgen aufgewacht? War es eine Schwere, die noch am Alten klebt, oder eine sprudelnde Neugier?

Diese Eindrücke sind keine Zufälle. Es sind kleine Botschaften, die dir zeigen, unter welchem Stern dein nächstes Jahr – und speziell dein November – stehen wird.

Intuition statt Logik

Im November zieht sich das Leben komplett in die Erde zurück. Es gibt nichts mehr im Außen zu tun, keine Blätter mehr zu bewundern, keine Ernte mehr einzufahren. Das zwingt uns, nach innen zu schauen. Die 11. Rauhnacht fordert genau diese November-Qualität von dir: Vertraue deiner Intuition mehr als deinem Verstand.

Der Verstand möchte alles analysieren und in Schubladen stecken. Doch Weissagung funktioniert anders. Wenn dir heute ein Rabe begegnet, eine weiße Feder vor die Füße fällt oder du plötzlich an eine längst vergessene Idee denkst, dann versuche nicht, es sofort logisch zu erklären. Spüre stattdessen hinein: Welches Bild entsteht vor deinem inneren Auge? Welches Körpergefühl löst das Zeichen aus? Im November 2026 wird sich dieser Kreis schließen, und du wirst verstehen, warum genau dieses Zeichen heute wichtig war.

Dein Ritual für die 11. Rauhnacht: Das Feld der Zeichen lesen

Da diese Nacht im Zeichen der Weissagung steht, darfst du heute zur Seherin oder zum Seher deines eigenen Lebens werden. Wir nutzen die Energie des Neujahrstages, um dein inneres Orakel zu befragen.

1. Der achtsame Morgengang

Begib dich heute für mindestens 20 Minuten ins Freie. Gehe ohne Ziel. Schalte dein Handy aus – keine Musik, keine Podcasts. Gehe ganz bewusst und nimm wahr, was um dich herum geschieht. Das erste Tier, das du siehst, oder die erste Pflanze, die deine Aufmerksamkeit fesselt, ist dein Kraftspender für das kommende Jahr. Ein Eichhörnchen könnte für Vorsorge stehen, eine alte Eiche für Standhaftigkeit.

2. Das Orakel der Träume

Die Träume in der Nacht vom 31. auf den 1. Januar gelten als besonders aussagekräftig für das Ende des nächsten Jahres. Lege dir Notizblock und Stift direkt ans Bett. Schreibe sofort nach dem Aufwachen alles auf, auch wenn es nur Fragmente, Farben oder diffuse Gefühle sind. Oft verstehen wir diese Träume erst Monate später, wenn die Situationen im realen Leben auftauchen.

3. Ein Licht für die Ahnen

Zünde eine Kerze an, um dich mit deinen Wurzeln zu verbinden. Der November ist traditionell der Monat der Ahnenverehrung. Bitte deine Vorfahren um Führung und Schutz für das Jahr, das nun vor dir liegt. Bedanke dich für die Weisheit, die du von ihnen geerbt hast. Sie sind das Fundament, auf dem du heute dein neues Jahr baust.

Den Blick auf den August weiten?

In manchen Überlieferungen wird diese Nacht auch genutzt, um Weissagungen für den August zu treffen – den Monat der Fülle. Doch in unserem Zyklus konzentrieren wir uns auf die energetische Signatur des Novembers. Es ist der Monat, in dem wir die Essenz dessen destillieren, was wir das ganze Jahr über gelernt haben. Wenn sich für dich heute Zeichen zeigen, die Wärme und Fülle ausstrahlen, kann das ein Hinweis darauf sein, dass der kommende November für dich ein "goldener" Monat wird – eine Zeit, in der du trotz der äußeren Dunkelheit innerlich leuchtest.

Mögen deine Augen klar genug sein, um die Zeichen am Wegrand zu sehen. Möge dein Herz weit genug sein, um die Botschaften der Stille zu empfangen. Du bist die Schöpferin oder der Schöpfer deiner Realität, doch heute darfst du einfach nur Empfänger sein. Vertraue darauf, dass das Universum bereits einen Plan für dich hat, der schöner ist, als du es dir jetzt vorstellen kannst.

Das Jahr ist frisch, unbeschrieben und voller Möglichkeiten. Genieße die erste Seite dieses neuen Kapitels.

George

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