Die zehnte Rauhnacht: Wie wir uns und unsere Liebsten wirklich segnen

Silvester hat diesen ganz eigenen Beigeschmack: Während draußen die Welt mit Böllern und Sekt den lauten Umbruch probt, fühlen wir uns im Inneren oft seltsam unruhig. Da mischt sich die Wehmut über das, was unwiederbringlich geht, mit einer nervösen Vorfreude auf das Unbekannte. Wir stehen an einer Schwelle, die sich nicht einfach wegfeiern lässt.

In der Tradition der Rauhnächte markiert die 10. Rauhnacht (die Nacht vom 30. auf den 31. Dezember) den Übergang in den Silvestertag. Sie steht für den Monat Oktober – jene Zeit, in der die Natur sich radikal zurückzieht und wir uns instinktiv nach Schutz und Geborgenheit sehnen. Ich lade dich ein, diesen Schwellenmoment heute Nacht nicht als bloße Party zu sehen, sondern als einen heiligen Raum für dich und deine Herzensmenschen.

Die zehnte Rauhnacht

Warum der Oktober uns jetzt den Weg weist

Silvester und Oktober haben mehr gemeinsam, als man denkt. Im Oktober lässt die Natur los – ohne Kampf. Die Blätter fallen einfach ab, damit der Baum Kraft für das nächste Jahr spart. Gleichzeitig sichern wir im Oktober die Vorräte für den Winter.

In dieser Nacht geht es um Sicherheit, Schutz und Segen. Es geht um das Gefühl, "angekommen" zu sein, bevor das neue Abenteuer startet. Wenn wir symbolisch auf den Oktober 2026 blicken, stellt sich die Frage: Werden wir dann mit einem Lächeln auf unsere Ernte schauen? Werden unsere Liebsten sicher und geborgen sein?

Die Magie der Schwelle: Ein heiliger Raum

Der Name "Silvester" bedeutet "Waldmensch". Er erinnert uns daran, dass wir – egal wie modern wir leben – Kinder der Natur sind. In dieser Nacht weben wir das Band der Gemeinschaft. Es ist die Zeit, in der wir das Licht, das wir in den letzten neun Nächten in uns selbst genährt haben, endlich teilen.

Segen bedeutet nicht, dass ab jetzt alles perfekt läuft. Segen ist das tiefe Vertrauen, dass wir gehalten werden – ganz egal, was kommt.

Dein Ritual: Das Lichtermeer für deine Herzensmenschen

Dieses Ritual ist für mich eines der berührendsten. Es bringt die Familie zusammen – auch die Menschen, die wir nur noch in unseren Gedanken bei uns tragen – und schafft echte Präsenz in der oft hektischen Zeit des Jahreswechsels.

1. Dein Ankerplatz

Suche dir einen Ort in deiner Wohnung, der heute dein Zentrum wird. Ein einfacher Esstisch reicht völlig aus. Dekoriere ihn mit Dingen, die für dich Glück bedeuten: Ein Stein vom Urlaub, ein Foto oder ein paar Tannenzweige.

2. Das Entzünden der Schutzlichter

Stelle für jeden Menschen, der dir wichtig ist, eine Kerze auf. Auch für die Verstorbenen, die uns als Ahnen den Rücken stärken.

Zünde die Kerzen nacheinander an. Halte bei jedem Namen kurz inne. Spüre die Verbindung und sprich einen Segen aus:

  • „Ich entzünde dieses Licht für [Name]. Mögest du im nächsten Jahr immer eine helfende Hand finden, wenn der Weg steil wird.“

  • „Möge dein Herz im Oktober 2026 so voll und zufrieden sein wie eine reiche Ernte.“

Wenn alle Kerzen brennen, schau dir dieses Lichtermeer an. Das ist deine Welt. Das sind deine Menschen. Dein eigener Schutzwall aus Licht.

3. Ein alter Brauch für das neue Glück

Ob du nun Wachs gießt oder Karten ziehst: Tu es ohne Druck. Schau nicht nach materiellem Reichtum. Suche nach den Zeichen des Schutzes. Was gibt dir im kommenden Jahr wirklich Halt?

Was nimmst du mit über die Schwelle?

Bevor wir das Buch des alten Jahres endgültig zuschlagen, halt kurz inne:

  • Wer sind die Menschen, die dich durch deine dunkelsten Stunden getragen haben? Segne sie heute besonders.

  • Welcher Teil von dir braucht im neuen Jahr am meisten Schutz?

  • Wenn du im Oktober 2026 aus dem Fenster schaust – welches Gefühl von Geborgenheit möchtest du dann spüren?

Möge der Übergang für dich sanft sein. Die Geister des alten Jahres dürfen jetzt friedlich weichen und dem frischen Wind Platz machen. Du bist nicht allein an dieser Schwelle. Wir alle leuchten heute Nacht gemeinsam.

Feiere den Wandel. Feiere dich. Feiere das Leben.

In tiefer Verbundenheit,

George

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